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Wenn Agenten den Code schreiben, wird das Review zum Engpass

Notizen von Claude for Founders in München: Wenn Agenten den Code schreiben, wird das Review zum Engpass, geschriebene Absicht macht es möglich, und Münchens eigentlicher Moat sind seine Kunden.

Dr. Florian Steiner

Claude AI Consultant & Trainer

3 min Lesezeit
Abstract isometric illustration of an assembly line of geometric blocks narrowing into a single inspection gate

Wenn Agenten den Code schreiben, wird das Review zum Engpass

Am Montag habe ich Claude for Founders in München moderiert, das neunte Treffen der Claude Community in der Stadt. 116 Gründerinnen, Gründer, Entwickler und Investoren kamen in der Bits-&-Pretzels-Woche in die CUPRA City Garage. Drei Gründer haben live an echten Daten gezeigt, was Claude in ihren Firmen heute schon übernimmt. Den ganzen Rückblick findet Ihr auf claudecode-muenchen.de. Hier halte ich zwei Gedanken fest, die mich seitdem nicht loslassen.

Das Review ist der neue Engpass

Burak Özafşar, CTO von Mutagent, hat eine Software Factory gezeigt: Ein Team aus Agenten mit festen Rollen bringt Arbeit vom Plan bis zum gemergten Pull Request. Sein zentraler Punkt war einfach. Wenn Agenten den Code schreiben, wandert der Engpass ins Review. Und ein Review funktioniert nur, wenn die Absicht aufgeschrieben ist, bevor die erste Zeile entsteht.

Dasselbe Muster sehe ich bei Kunden. Teams führen Claude Code ein, der Output steigt, und nach wenigen Wochen stapeln sich die Pull Requests, weil niemand schnell genug prüfen kann, ob eine Änderung das tut, was gemeint war. Buraks Antwort ist strukturell: eine Spezifikation, die die Absicht festhält, Designprinzipien, die die Gründe festhalten, und ein Pull Request, der dokumentiert, was der Agent gelesen und entschieden hat. Das Review wird dann zum Abgleich mit geschriebener Absicht statt zum Raten.

Eine kleine Version davon habe ich am selben Tag selbst ausprobiert. Während ich eine Vorlesung gehalten habe, hat Claude Opus 5.5 aus einem kurzen Briefing und unseren Event-Dateien zwei Begrüßungsdecks für den Abend gebaut. Danach habe ich das Ergebnis gegen meinen Auftrag geprüft, nicht Zeile für Zeile. Das Deck, das wir gezeigt haben, lief als Claude-Code-Sitzung im Browser und hat live gezählt, wer sich auf der Profil-Wand eingetragen hat. Es liegt weiter auf claudecode-muenchen.de, zusammen mit Buraks und Carlos Folien.

Münchens Moat ist der Kunde

Der zweite Gedanke kam aus dem Fireside Chat mit dem Startup-Team von Anthropic. Jemand aus dem Team hat es klar formuliert: Startups aus San Francisco haben es vermutlich deutlich schwerer, Geschäfte mit Siemens, BMW oder Linde zu machen, als Startups aus München.

Das deckt sich mit dem, was ich sehe. Wenn alle Zugang zu denselben Modellen haben, ist das Modell nicht der Vorteil. Münchens Wettbewerbsvorteil sind die Kunden, die Deep Tech und die Nähe zu beidem. Eine Gründerin kann hier mit dem Werksleiter zusammensitzen, verstehen, wie der Prozess wirklich läuft, und in der Woche darauf mit einem Prototyp zurückkommen. Kundenverständnis und Kundenbeziehung sind der Moat.

Die Technik funktioniert. Der Zugang nicht immer. Wenn Ihr prüfen wollt, wie Agentic Engineering für Euer Unternehmen aussieht, sprechen wir.

Dr. Florian Steiner

Claude AI Consultant, Trainer und Speaker. Anthropic Community Ambassador München. Ich helfe Product Teams, Claude Code produktiv einzusetzen.

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